Senioren wohnen anders

Zentrales Thema der älteren, pflegebedürftigen Gesellschaft ist nicht nur wie werde ich gepflegt, sondern wie gestalte ich meinen Lebensmittelpunkt im Alter bei Versorgungsbedürftigkeit.

Senioren - Apartmentwohngemeinschaft

Selbstbestimmt wohnen – unterstützt leben – in Gemeinschaft verbunden


Unter dem Begriff „Betreutes Wohnen“ werden heute zahlreiche Wohnangebote entwickelt. Eine verbindliche oder einheitliche Definition dieses Begriffs existiert jedoch nicht. In der Praxis handelt es sich meist um barrierefreie Wohnungen, die teilweise durch optionale Serviceleistungen oder eine Hausnotrufaufschaltung ergänzt werden. Die eigentliche pflegerische Versorgung erfolgt jedoch über ambulante Pflegedienste oder Angehörige. Eine weitere pflegerische Präsenz ist in dieser Wohnform nicht vorgesehen. Für Menschen mit zunehmendem Pflegebedarf oder bei akuten Versorgungssituationen stößt dieses Modell daher - wie auch in der üblichen häuslichen Pflege - häufig an seine Grenzen.

Auch das Konzept der ambulant betreuten Pflege-Wohngemeinschaften halten wir nicht zielführend. Diese Wohnform setzt rechtlich voraus, dass Organisation, Steuerung und Verantwortung im Wesentlichen von den Bewohnern bzw. deren Angehörigen übernommen werden. Eine trägergeführte Struktur ist ausdrücklich nicht vorgesehen. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig, dass diese Anforderungen für viele Familien kaum dauerhaft zu bewältigen sind. Die Organisation des Alltags, Abstimmungen mit Pflegediensten, Personalfragen sowie die wirtschaftliche Verantwortung für die Wohngemeinschaft erfordern ein hohes Maß an Engagement und Koordination.Gerade bei zunehmender Pflegebedürftigkeit oder kognitiven Einschränkungen der Bewohner geraten diese Modelle deshalb häufig an ihre strukturellen Grenzen. Für viele Betroffene entsteht damit eine instabile Versorgungsstruktur, die langfristig nur schwer aufrechterhalten werden kann.


Aus diesem Grund haben wir ein neues Seniorenwohn- und Pflegekonzept entwickelt, das es pflegebedürftigen Menschen ermöglicht, in vielen Fällen auf eine Verlegung in ein Pflegeheim zu verzichten, die


betreute  Senioren-Apartmentgemeinschaft. 





Dieses Konzept basiert auf vier zentralen Bausteinen:


  • Selbstbestimmtes Leben in Gemeinschaft
    Die Bewohner leben in einer Gemeinschaft und verfügen gleichzeitig über ihr eigenes kleines barrierefreies Apartment als persönlichen Rückzugsort. Ein besonderer Vorteil für die Bewohner besteht in der Tagespflegeeinrichtung die im selben Objekt untergebracht ist und unproblematisch ohne Umweg über Hin- und Rückfahrt aufgesucht werden kann.


  • Berücksichtigung kognitiver Einschränkungen
    In der von uns geplanten Wohnform wird besonderer Wert auf Menschen mit kognitiven Einschränkungen gelegt. Gerade für diese Bewohnergruppe sind Struktur, Orientierung und soziale Einbindung von zentraler Bedeutung. Durch das
    demenzorientierte Angebot der Tagespflege, die Angebote der Begegnungsstätte sowie das Leben in einer überschaubaren Gemeinschaft entsteht eine verlässliche Tagesstruktur. Diese vermittelt Sicherheit, fördert die Teilhabe am Alltag und unterstützt die Bewohner dabei, ihre Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.


  • Pflegerische Unterstützung und Hilfe im Alltag
    Die notwendige pflegerische Unterstützung erfolgt tagsüber durch eine im gleichen Gebäude befindliche Tagespflegeeinrichtung. Die pflegerische Betreung erfolgt über einen ambulanten Pflegedienst, bei reduzierten Fahrtkostenanteilen. Die Unterstützung im Alltag erfolgt über ein Grundservice- und ein optionales Serviceangebot.


  • Teilhabe und soziale Einbindung
    Eine Begegnungsstätte für die Ortsbevölkerung im Nahbereich schafft Möglichkeiten für Austausch, Aktivitäten und gesellschaftliche Teilhabe.So entsteht eine Wohn- und Versorgungsform zwischen eigener Häuslichkeit und Pflegeheim, die Selbstbestimmung, Unterstützung und Gemeinschaft miteinander verbindet.


Kommunen, die sich heute vorausschauend auf diese Aufgabe vorbereiten, sichern sich morgen einen entscheidenden Standortvorteil – für Versorgung, Lebensqualität und demografische Stabilität.